Sumi-e: Was ist die japanische Tuschmalerei

Sumi-e (墨絵) ist die japanische Schwarz-Weiß-Tuschmalerei: Mit wenigen Pinselstrichen auf Papier oder Seide werden Pflanzen, Tiere und Landschaften dargestellt, wobei dem Strich und dem leeren Raum der gleiche Wert beigemessen wird.

Bedeutung und Ursprung

Sumi (墨) ist schwarze Tusche, e (絵) bedeutet „Bild“. Die Technik gelangte zusammen mit Zen-buddhistischen Mönchen aus China nach Japan und verbreitete sich dort zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert. Der berühmteste Meister ist Sesshū Tōyō (1420–1506).

Die Werkzeuge

  • Sumi: Stange aus fester Tusche.
  • Suzuri: Reibstein, auf dem die Tusche mit Wasser angerieben wird.
  • Fude: Pinsel in verschiedenen Größen.
  • Reispapier (Washi) oder Seide, sehr saugfähig: Jeder Strich ist endgültig.

Die traditionellen Motive

Das Studium der Sumi-e beginnt mit den „vier Edlen“: Orchidee, Bambus, Chrysantheme und Pflaumenblüte. Es folgen Berglandschaften, Tiere und Szenen aus Zen-Gärten.

Der Wert der Leere

Im Sumi-e zählt das, was nicht gemalt wird, genauso viel wie das, was gezeichnet wird: Der weiße Raum suggeriert Nebel, Wasser, Himmel. Deshalb wird sie auch als meditative Praxis betrachtet, die dem Zen-Geist nahesteht.

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